Neben den Preisträgern 2018 empfiehlt die Jury folgende Texte und hat sie in den Stückepool aufgenommen: 

  

Daan Windhorst (NL)

mit dem Stück 

"It´s my mouth, I can say, what I want to"

 

Magne van den Berg (D) 

mit dem Stück 

"Gender"

 

Daniël van Klaveren (NL )

 

mit dem Stück 

"Nadia" 

Raoul Biltgen (A

 

mit dem Stück 

"Der freie Fall"

Esther Becker (D)

 

mit dem Stück

 

"Wildbestand"

 

Kjell Moberg Christian Schönfelder,
und 8 Studierende der Hochschule für Darstellende Kunst Stuttgart(D)

 

mit dem Stück

 

"Bis zum letzten Tanz"

 

Susanne Schumacher (NL)

mit dem Stück

Eiland

 

Nadja Wieser (D)

mit dem Stück

Honig

 

Marjet Moorman (NL)

mit dem Stück

M.R.I.A.L My robot is a lover

 

It’s my mouth I can say what i want to - von Daan Windhorst (NL)

 

Auf einer Schule hat ein Schüler eine Lehrerin erstochen. Das Motiv ist anscheinend rassistisch, aber keiner kann das mit Sicherheit sagen. Der Junge ist verschwunden. Was ist wirklich passiert? Wer weiß was? Wer sagt was auf welche Weise und vor allem: Was folgt daraus?Mit einer vielschichtigen Personage schildert der Autor ein nuanciertes, aber gleichzeitig unheimlich kompliziertes Bild, wie im Laufe der Ermittlungen mit Fakten, mit der Wahrheit und der Art der Berichterstattung umgegangen wird.                              Der Text lässt viele Stimmen laut werden, ein Wirrwar an Dialogen, aber weil es nur drei Darsteller auf der Bühne gibt, die –gleichzeitig und durcheinander- alle Rollen verkörpern, entfaltet sich ein hilarisches (Was heißt das?), doch konfrontierendes Porträt von einem äußerst aktuellen Thema.                                                                                         2017 wurde das Stück mit dem höchsten Preis für Jugend- und Kindertheater der Niederlande ausgezeichnet:  der “Silbernen Grille”.

Op een middelbare school heeft een leerling een docente neergestoken. Het motief van deze daad lijkt racistisch te zijn. De jongen is onvindbaar, de docente is geschorst. Wat is er gebeurd? Wie heeft wat gezien? Wie zegt wat, op welke manier en vooral: hoe groot zijn de gevolgen?                                                                                                                       Door tientallen betrokkenen op te voeren weet de schrijver een genuanceerd maar tegelijkertijd verwarrend en diffuus beeld te schetsen van hoe er in deze tijd met nieuws en nieuwsgaring wordt omgegaan.                                                                                         
Deze tekst kent vele stemmen, een wirwar aan dialogen, maar doordat de schrijver maar drie spelers gebruikt, die –door elkaar- alle rollen op zich nemen, ontstaat een hilarisch en confronterend portret van een uiterst actueel gegeven.                                                                 
In Nederland is de voorstelling die Oostpool van de4e tekst maakte in 2017 bekroond met de Zilveren krekel voor meest indrukwekkende jeugdtheaterproductie.

 

Gender - von Magne van den Berg (NL)

 

Merel und Josh sind gute Freunde. Am Rande eines Schulfestes entwickelt sich zwischen ihnen ein Gespräch über Gender. Über Jungs und Mädels und darüber, was passiert, wenn man nicht dieser stereotypischen Vorstellung entspricht bzw. entsprechen möchte.
Ist ein Mädchen automatisch lesbisch, wenn es ein Mädchen küsst? Ist ein Junge schwul, wenn er gerne mal das Kleid seiner Mutter anzieht?
Will Josh Merel nur deshalb küssen, um seinen Vater zu beruhigen? Will sie nur deshalb nichts von ihm wissen, weil das zu klischeehaft wäre? Auf der Suche nach ihrer Identität versuchen Josh und Merel die Argumente des jeweils anderen zu untergraben, sie aber gleichzeitig auch zu verstehen. Jungen Zuschauern wird mit diesem Stück ein ehrliches Gespräch vorgeführt, in dem die Umkehrung von Vorurteilen und die ständige Frage “Wer bist du” in einem schwindelerregenden Wortspiel zweifellos zur Selbstreflexion führen wird.


Merel en Josh zijn vrienden. Binnen is een schoolfeest gaande en zij staan buiten. Er ontspint zich een gesprek over gender. Over jongens en meisjes en wat er gebeurt als je niet aan die stereotype beelden voldoet of wil voldoen. Ben je meteen een lesbo als je met een meisje zoent of ben je meteen een homo als je wel eens de jurk van je moeder aantrekt?
Wil Josh Merel zoenen om zijn vader gerust te stellen? Wil zij niets van Josh weten omdat het te cliché zou zijn? In een voorzichtige zoektocht naar hun identiteit, proberen Josh en Merel elkaars argumenten enerzijds onderuit te halen en anderzijds te begrijpen. Jonge toeschouwers krijgen een eerlijk gesprek mee, waarin de omkeringen van vooroordelen, harde grappen, en de constante vraag: wie ben je eigenlijk, in een duizelingwekkend woordenspel absoluut tot zelfreflectie zal leiden.

 

 

Nadia - von Daniël van Klaveren (NL)

 

Nadia und Anna sind 15. Sie sind Freundinnen und teilen fast alles. Zwei Seelen, ein Gedanke. Im Internet trifft Nadia einen Jungen, Brahim, der sie langsam an seine Welt: das “Kalifat” heranführt. Nadia verfällt seinem Charm und es gelingt ihm, das Mädchen über ihre alterstypische Unsicherheit und Unzufriedenheit in seine Falle zu locken. Anna bemerkt allmählich die Veränderung ihrer Freundin, doch wenn sie Nadia darauf anspricht, ist es für die erst recht der Beweis dafür, dass niemand sie versteht und das bestärkt sie in ihrem neuen Verhalten.Der Text stellt auf sehr differenzierte Weise Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Religion, Liebe, Freundschaft und Sexualität.

Nadia ist ein sehr persönlicher, dynamischer und wahrhaftiger Text über die Gefahren der Manipulation. Die führt er uns eindrucksvoll vor Augen anhand der Geschichte der zwei Mädchen, die durch eine undurchschaubare und unerreichbar fremde Welt ernsthaft auf die Probe gestellt werden.

 

Nadia en Anna zijn 15. Ze zijn vriendinnen en delen bijna alles met elkaar. Twee zielen, een gedachte. Op het internet ontmoet Nadia een jongen, Brahim, die haar geleidelijk ‘zijn wereld’ (het Kalifaat) binnenpraat. Nadia is gevoelig voor zijn charmes en het lukt hem middels haar onzekerheid en ontevredenheid in zijn ‘val’ te lokken. Wanneer Anna Nadia op haar veranderende gedrag aanspreekt en er zelfs kritiek op heeft, ziet Nadia het bewijs dat ze niet begrepen wordt en dreigt ze de daad stellen waartoe Brahim haar heeft verleid.

Denkbeelden over het leven in het algemeen, maar ook jongens, religie, liefde, vriendschap en sexualiteit komen allemaal langs.

Nadia is een persoonlijke, dynamische en zeer waarachtige tekst over twee meiden die door een onzichtbare buitenwereld en elkaar op de proef worden gesteld en over de ‘gevaren’ die op de loer liggen wanneer onzekerheid handig gemanipuleerd wordt.

 

 

 

Der Freie Fall - von Raoul Biltgen (A)

 

Das Stück beginnt auf der Tanzfläche in einem Club. Karim will Karin kennenlernen und überrascht sie mit der Behauptung: „Du siehst aus wie ich!“, was von ihr zwar zunächst als plumpe Anmache abgetan wird, aber doch zu neuen Verabredungen führt. Im Folgenden setzen sich die beiden in einer Reihe von Gesprächen über Gott und die Welt auseinander, in denen sämtliche Vorurteile zwischen Christen und Moslems durchdekliniert werden, bevor sie sich am Ende die simple Frage stellen: „Gehen wir mal zusammen ins Kino?“                            ‚Der Freie Fall’ ist ein inhaltlich entwaffnender Text über kulturelle Befangenheit und die Begegnung von Mensch zu Mensch, der mit Tempo und Rhythmus und in puristischer Sprache sein junges Publikum mit einem wichtigen Thema konfrontiert.

 

Bis zum letzten Tanz - von Kjell Moberg u.a. (D)

Von Sylvester 1933 bis Sylvester 1934 verfolgt der Zuschauer entlang einzelner Stationen das Schicksal einer Jugend-Clique im 3.Reich, der arische und jüdische Künstlerinnen und Künstler, aber auch ein angehender Polizist und ein junger kommunistischer Agitator angehören. Die seit jeher eingeschworenen Freunde entwickeln sich unter dem Druck der politischen Verhältnisse innerhalb eines Jahres zu Individuen, die sich zutiefst verunsichert von einander entfernen, bis hin zu Gegnern, die sich als Todfeinde gegenüberstehen.                                                                                „Bis zum letzten Tanz“ ist ein historisches Lehrstück, das Jugendliche von heute auf eindringliche Weise zum Nachdenken anregt, indem es sie mit der Frage konfrontiert:  In wieweit können politisch-ethische Werte und persönliche Ängste Freundschaft und Loyalität in Beziehungen auf die Probe  stellen?

 

 

M.R.I.A.L. My Robot is a lover - von Marjet Moorman  (NL)

Robin lebt in einem Hochhaus und verlässt nur selten seine Wohnung. Alles was er braucht, bestellt er über‘s Internet, so auch seine ‚Erste große Liebe‘, die er sich aus dem Online-Angebot selbst zusammengestellt hat. Als ‚Eva‘ geliefert wird, erweist sie sich tatsächlich als ganz hübsch und lieb und genau so, wie Robin sie sich erträumt hat. Das neue Nachbar-mädchen Heleen aber ist aus Fleisch und Blut. Sie mag es, Sachen zu zerstören und sie möchte am liebsten immer im Freien sein. Während Robin schnell lernt, wie er sich „Eva“ gegenüber ausdrücken muss, damit sie macht, was er will, ist Heleen ist im Vergleich eher unberechenbar. Es stellt sich heraus, dass man die Liebe nicht kaufen kann, aber leider kann ‚Eva‘ nicht storniert werden.

Obwohl M.R.I.A.L. sich als Zukunftsfantasie präsentiert, scheint die Handlung doch vorstellbar. In unserer anscheinend planbaren Gesellschaft, in der wir ständig unsere Bedürfnisse auf impulsive Weise übers Netz zu befriedigen versuchen, könnte vielleicht auf einmal eine ‚Eva‘ auftauchen.

Robin woont hoog in een flat en verlaat die zelden. Hij bestelt alles wat hij nodig heeft via internet, zo ook zijn eerste grote liefde, die hij zelf heeft samengesteld. Zijn nieuwe buurmeisje Heleen is van vlees en bloed. Ze heeft vaak zin om dingen kapot te maken en wil altijd naar buiten. Als Eva, zijn eerste grote liefde arriveert, blijkt ze heel mooi, heel lief, en precies zoals Robin gehoopt had. Maar toch is het vreemd, een robot als vriendin. Op een gegeven moment weet Robin precies hoe hij tegen haar moet praten om dingen gedaan te krijgen. Heleen is wat dat betreft veel onvoorspelbaarder. Liefde komt niet op bestelling blijkt dan, maar Eva kan niet geannuleerd worden. Hoezeer alles in M.R.I.A.L een toekomstfantasie lijkt, toch blijkt alles voorstelbaar. In onze maakbare wereld, waarin we voortdurend impulsief onze behoeften via bestellingen proberen te bevredigen, zou zomaar een ‚Eva‘ kunnen opduiken.

 

Eiland - von Sanne Schuhmacher (NL)

Mutter und Tochter fahren wie jedes Jahr in ihr Ferienhaus auf der Insel. Diesmal aber hat die Mutter den neuen Freund ihrer Tochter eingeladen, um den Urlaub mit ihnen zu verbringen. Gönnt sie ihrer Tochter dieses neue Verhältnis, oder möchte sie es vor allem kontrollieren? Ist sie wirklich an dem jungen Weltreisenden interessiert oder versucht sie die Beziehung zwischen den beiden zu spalten? Die Tochter schämt sich für all die merkwürdigen Gewohnheiten, die mittlerweile das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter prägen. Der Zuschauer stellt sich automatisch die Frage: Wie könnte eine junge Frau alleine ihren Alltag bewältigen, wenn sie so von ihrer Mutter konditioniert wird?
Auf unterhaltsame, humorvolle, aber auch peinliche Weise wird in diesem Stück die Wirkung des Double-bind Prinzips vorgeführt.

Een moeder en een dochter gaan zoals elk jaar naar hun huis op een eiland. Dit keer heeft de moeder de nieuwe vriend van de dochter uitgenodigd om mee te gaan op vakantie. Gunt ze haar dochter deze nieuwe verhouding of wil ze die vooral in de gaten houden? Is ze werkelijk geïnteresseerd in de jonge wereldreiziger, of probeert ze een wig te drijven tussen hem en haar dochter? De dochter schaamt zich voor alle vreemde gewoonten, die in de loop der jaren de verhouding met haar moeder zijn gaan bepalen. Buitengewoon geestig, maar ook pijnlijk herkenbaar, wordt in dit stuk het double-bind principe aanschouwelijk gemaakt. Hoe kun je je eigen leven leiden, als je zo vastzit?

 

 

Wildbestand - von Esther Becker

Wildbestand ist ein modernes Märchen. Ein erfrischender und eleganter Text, der mit viel Humor und ohne zum Themenstück zu mutieren, von den Auswirkungen von Flucht und Vertreibung erzählt.
Eine Mutter lebt mit ihren zwei Kindern im Wald, die mehr oder weniger sich selbst überlassen sind, weil die Mutter als eine Art Jägerin und Försterin keine Zeit und vielleicht auch keine Lust hat sich um das Familienleben zu kümmern. Mit der Mutter haben wir eine herrlich unkorrekte und irrwitzige Figur, ein Glücksgriff für gestandene Schauspielerinnen. Ihre beiden Kinder entdecken in ihrem Baumhaus ein fremdes Mädchen, deren schreckliche Erlebnisse wir nur angedeutet bekommen und gerade dadurch stark nachhallen. Das überraschende, gut gebaute Ende wird dem Thema gerecht.

Honig - von Nadja Wieser

Honig gibt Einblicke in eine Welt, die wir uns schwer vorstellen können. Die Hauptfiguren sind zwei Kinder, die in bitterarmen Verhältnissen leben. Sie leben in der Nähe eines Stützpunktes von Soldaten, die Dinge besitzen, von denen die Kinder nur träumen können: Popmusik, Süßigkeiten, beeindruckende Uniformen, solche Sachen. Die „Geisterkinder“, die „Ratten“, wie sie genannt werden beobachten den Abbau des Camps. Besonders ein Soldat hat es der Heldin der Geschichte angetan: sie nennt ihn Honig.
Es entspinnt sich eine im besten Sinne einfache Geschichte über die großen Fragen der Kindheit in einem lebensfeindlichen Raum.
Kein Land wird benannt, kein Datum, kein Ereignis. Dadurch eröffnet sich ein großer Assoziationsraum. Die Geschichte könnte in allen Krisenregionen spielen. Doch ist das Stück kein Betroffenheitstheater, die Kinder sind keine Opfer. Die Autorin lässt ihnen Stolz, Humor und jede Menge ganz normaler Probleme. Großes Theater!