Neben den Preisträgern 2017 empfiehlt die Jury folgende Texte und hat sie in den Stückepool aufgenommen: 

  

Jibbe Willems (NL)

mit dem Stück 

"Pretpark"

 

Finn-Ole Heinrich und 
Dita Zipfel
(D) 

mit dem Stück 

"Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt"

 

Susanne Falk (A )

 

mit dem Stück 

"Pamir" 

Sonja Weichand (D

 

mit dem Stück 

"Was sicher ist"

Carsten Brandau (D)

 

mit dem Stück

 

"Sagt der Walfisch zum Thunfisch"

 

Mariëlle van Sauers (NL)

 

mit dem Stück

 

"Meneer Bork zoekt een woord"

 

 

 

Pretpark (Freizeitpark) – Jibbe Willems (NL)

Ein Vater und seine Tochter verbringen eine Woche in einer Waldhütte, um ihre Probleme zu lösen und wieder Kontakt zu einander zu finden. Die Tochter ist von  der Schule geflogen und der Vater hat eine außereheliche Beziehung. Zwei junge Leute dringen in diesen Rückzugsort ein und „bespielen“, bedrohen und misshandeln die beiden. Sie formulieren währenddessen verblüffend geradlinige Erklärungen für das Leben allgemein und die Gewalt im Besonderen, die sie auf gleichermaßen freche wie lustige Weise präsentieren. Davon lässt sich das Publikum in den Bann ziehen und wird so von Anfang an  sehr klug mitschuldig gemacht an der Gewalteskalation….

Ein Text inspiriert von dem Film ‚Funny Games’ von Michael Haneke. (14+)

 

 

SAGT DER WAHLFISCH ZUM THUNFISCH  - Carsten Brandau (D)    

Jazz für kleine Kinder! Ein Text wie ein Musikstück über Du, Ich und NOE und die Sintflut. Nach einer klassischen Verwirrung darüber, wer genau „Ich“ und wer „Du“ ist, gibt es die Verbindung via Herzschlag: rhythmisch, witzig, und Ich und Du mögen einander. Bumm, bumm! Als es auf der Spielfläche immer mehr tropft und regnet und das Wasser steigt, wird die Notwendigkeit für Ich und Du, die Bühne zu verlassen und in den Zuschauerraum zu fliehen, immer grösser. Aber da sitzt Noe und verbietet es den beiden: Das Orchester (die Zuschauer) sei komplett – das Boot ist voll -  und da passe niemand mehr hinein, Scratch!

Eine ebenso originelle wie einleuchtende Metapher auf die Flüchtlingsproblematik mit dem entwaffnenden Witz vom Wahlfisch und Thunfisch am Ende. (6+)

 

 

Pamir Ein Drama - Susanne Falk  (D)

 Aus der Sicht der 6 einzigen blutjungen Überlebenden wird unter der Spielleitung eines älteren Erzählers der Untergang des  Frachtschulschiffs Pamir 1957 in sehr eindrücklichen und nachhaltigen Bildern geschildert. Die Motivation der Jungs, die enge Heimat zu verlassen und das Abenteuer auf See zu suchen, ihre großen Erwartungen und ihre Träume vom neuen Leben erlebt der Zuschauer genauso hautnah mit wie das Grauen des Schiffsuntergangs und die nackte Angst vor dem Ertrinken, vor dem sie sich und ihre Kameraden um jeden Preis retten wollen.

Diese auf authentischen Aussagen beruhenden Schilderungen verwebt die Autorin mit Versatzstücken aus Erfahrungsberichten  heutiger Mittelmeerflüchtlinge. (12 +)

 

Herr Bork sucht ein Wort - Mariëlle van Sauers (NL)

Eine ‘Mitdenk-Vorstellung’ für Vierjährige, in der Herr Bork immer verwirrter und frustrierter wird bei seiner Suche nach Worten. Er weiß nicht mehr, wie die Sachen heißen, oder er sucht das Wort, das am meisten seine Gefühle trifft. Die Schauspieler spielen mehrere Figuren, treten aber auch aus ihren Rollen heraus, um bei den anwesenden Kindern den ‘Denk-Kopf’ anzuschalten. Was sind Worte? Wo kann man die finden? Hat alles ein Wort? Kann man vielleicht auch selber Worte machen?     

Eine Stunde theatrales Philosofieren mit den Allerkleinsten. Sympathisch und gut durchgearbeitet. (4+)

 

 

Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt - Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel (D)

Das Leben von Maulina hat sich radikal verändert. Ihre Eltern haben sich getrennt und umziehen musste sie auch. Nun wohnt diese außergewöhnliche Heldin nicht mehr in ihrem geliebten Zuhause und ihre Freunde sieht sie auch nicht mehr. Stattdessen muss sie sich in „Plastikhausen“ zu Recht finden, weil ihre Mutter schwer erkrankt ist.

Aber Maulina wäre nicht Maulina, wenn sie sich einfach mit der Situation abfinden würde. Mit Phantasie, Energie und ungeheurem Witz versucht sie die Dinge zu ändern. Ein tolles Ensemblestück mit vielen starken Figuren und einer Hauptfigur, mit der sich die Zuschauer identifizieren können.

Das Theaterstück basiert auf den gleichnamigen Romanen von Finn-Ole Heinrich.

 

 

Was sicher ist - Sonja Weichand (D)

Das Stück spielt auf faszinierende Art und Weise mit verschiedenen Realitäten. Jonas, die Hauptfigur, ist ein ganz normaler sympathischer junger Mann. Er macht gerade Abitur und ist kurz davor, mit seinen Freunden in den Urlaub zu fahren. Das sind seine Pläne, das ist seine Realität. Doch anscheinend ist schon seit vier Jahren Krieg.
Der größte Schmerz seines Lebens, der Verlust seiner Schwester, hat ebenfalls andere Ursachen, als er denkt. Sie ist nicht bei einem Autounfall gestorben, sondern bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen.
Die Mutter von Jonas will aus ihm einen Glaubenskämpfer machen. Er soll für die christlichen Werte als Soldat kämpfen.

„Was sicher ist“ spinnt aktuelle Entwicklungen weiter und spitzt sie zu. Dabei entsteht brisantes politisches Theater. Die einfache und klare Sprache lässt viele Zuschauer andocken und der Inhalt weist ohne erhobenen Zeigefinger auf die Zerbrechlichkeit des menschlichen Miteinanders hin.